Eine auf fossiler Basis aufgestellte Energie- und Wärmeversorgung ist ein entscheidender Treiber der Klimakrise. Zudem haben die bestehende Abhängigkeit bei der Versorgung und sprunghafte Preisentwicklungen zu einer starken Verunsicherung geführt. Irrtümer, Mythen und Halbwahrheiten prägen die öffentliche Debatte und tragen zu Verunsicherung und Verschleppung notwendiger Maßnahmen bei. Kein Wunder, dass die Veranstaltung der Paderborner Grünen auf erwartungsvolles Interesse traf: Über 50 Personen füllten das Deelenhaus fast bis auf den letzten Platz.
Zeit zum Handeln
Ursachen, Gefahren und Kostendruck der Klimakrise manifestieren sich bereits heute. Der Impulsvortrag von den Paderborner Uniprofessorenen Alexander Schlüter und Henning Meschede verdeutlichete: Nachhaltige Technologien und Lösungen stehen bereits bereit. In der öffentlichen Diskussion werden diese jedoch oft verzerrt dargestellt.
Basierend auf aktuellen Zahlen, Daten und Fakten skizzierten Meschede und Schlüter den aktuellen Stand der Energie- und Wärmewenden. Dabei stellten sie die Möglichkeiten und Grenzen zukünftiger Entwicklung anschaulich dar und stellten diese in den globalen Kontext. Es wurde deutlich, dass Deutschland im Bereich der Stromversorgung erfolgreich und störungsfrei die Energieversorgung aus erneuerbaren Quellen umgestellt hat. Das Ziel, die Stromversorgung bis 2030 zu 80 Prozent aus Erneuerbaren zu beziehen, kann gelingen, wenn Netze und Speicher in ausreichendem Maß weiter ausgebaut werden Andere Länder in Europa, aber auch China habenDeutschland bereits überholt. Es ist Zeit zum Handeln!
Bei Wärme und Mobilität: reichlich Luft nach oben!
Anders stellt sich die Situation der Wärmeversorgung dar: Sowohl Industrie als auch private Haushalte setzen noch immer überwiegend auf Erdgas. Neben den Unsicherheiten, die fossile Energieträger mit sich bringen, ist ihr Einsatz auch vor dem Hintergrund der Effizienz nicht zeitgemäß: China forciert den Ausbau der erneuerbarer Energien, um zu günstigeren Strompreisen für seine Industrie zu gelangen,.Auch in Deutschland zeigt der zunehmende Anteil an Wärmepumpen – vor allem in Privathaushalten. Die Verbraucher*innen entscheiden selbst und orientieren sich um.
DerEinsatz von fossilen Heizsystemen ist lediglich für Vermieter attraktiv, daniedrigere Invesstitionskosten über höhere Betriebskosten auf die Mieter umgelegt werden können. Aber auch die kommunale Wärmeplanung hängt zuweit hinter den Zielen zurück. Hier müssen Kommunen und politische Entscheidungsträger endlich tätig werden und um eine sozial gerechte Lösungen umsetzen zu finden.
Fazit:
Die Umstellung auf erneuerbare Energien ist in anderen Teilen der Welt politisch entschieden und wird umgesetzt. Damit sie auch hier gelingt, müssen wir auf den Feldern Ausbau der Erneuerbaren, Netze, Effizienz und Speicherung endlich unsere Hausaufgaben machen. Dabei ist es unerlässlich, diese vier Sektoren zu koppeln. Dieser Aufgabe muss die Politik gerecht werden muss. Unabhängig, sicher und sozial gerecht!