„Kardinal-Degenhardt-Platz“ soll „Platz der Kinderrechte“ werden

Beschilderung des „Kardinal-Degenhardt-Platzes“ vor blauem Himmel.

Ein „Platz der Kinderrechte“ im Herzen der Stadt nahe der Pader, direkt vor der Stadtbiblio­thek, im Schatten des Doms – das ist der Vorschlag der Grünen zur Umbenennung des Kardinal-Degenhardt-Platzes. 

„Die Ergebnisse der Missbrauchsstudie zur sexuellen Gewalt gegen Minderjährige im Erzbistum Paderborn haben uns erschüttert, wenngleich sie erwartbar waren“, zeigt sich Ratsherr Björn Bause-Engel betroffen. „Nun gilt es, nach vorne zu schauen und den Blick auf diejenigen zu lenken, die unter den kirchlichen Machtstrukturen am meisten gelitten haben und leiden, nämlich die Kinder. Das Leid begleitet viele bis heute.“

Aus dem zentralen Platz vor der Stadtbibliothek, bislang „Kardinal-Degenhardt-Platz“ genannt, soll nach Vorstellung der Grünen deshalb der „Platz der Kinderrechte“ werden. „Damit soll sich nicht nur der Name ändern, sondern auch eine Gestaltung des Platzes im Sinne der Kinder angeregt werden, sodass dort die Bedürfnisse der Schutzbedürftigsten in unserer Gesellschaft im Vordergrund stehen“, so Bause-Engel. „Der Umgestaltungsprozess ist eine Chance für die Stadtgesellschaft, Kinderrechte sichtbar und erlebbar zu machen und sensibel damit umzugehen. Denn Machtstrukturen ermöglichen Missbrauch. In vielen Bereichen unserer Gesellschaft, nicht nur in der Kirche.“

Die Umbenennung solle zeitnah geschehen, da der Platz insbesondere im Sommerhalbjahr für verschiedene Veranstaltungen genutzt wird. Bei deren Ankündigung solle möglichst bald der neue Name im Programm auftauchen.

„Natürlich muss die Kardinal-Jaeger-Straße ebenfalls umbenannt werden. Zudem sollten die Namen beider Kardinäle, Jaeger und Degenhardt, von der Liste der Paderborner Ehren­bürger gestrichen werden“, ergänzt Fraktionssprecherin Sabine Kramm.