Jüngste wissenschaftliche Erkenntnisse zeigen: Europa erwärmt sich ca. doppelt so schnell wie der globale Durchschnitt. Extremwetterereignisse wie Hitzewellen, Dürren und Waldbrände nehmen rasant zu. Angesichts dieser Zuspitzung der Klimakrise fordern wir, die Kreistagsfraktion, eine deutliche Nachschärfung der Klimaschutzpolitik – und vor allem eine verlässliche Datengrundlage für politische Entscheidungen.
Doch genau hier sehen wir erhebliche Defizite im Kreis Paderborn: Es gibt keine belastbare Antwort darauf, ob und wie schnell die Klimaschutzziele des Kreises erreicht wurden oder werden. Es fehlen aktuelle und verlässliche Zahlen zu den CO₂-Emissionen im Kreisgebiet. Unklar ist, wie weit der Smart-Meter-Rollout für Energiesharing und dessen Messbarkeit fortgeschritten ist. Und die wirtschaftlichen Auswirkungen eines gebremsten Erneuerbaren-Ausbaus? Unbekannt.
Hinzu kommt: Die Kreisverwaltung fokussiert ihre Klimaschutzmaßnahmen bislang vor allem auf eigene Liegenschaften – die aber nur etwa ein Prozent der Gesamtemissionen ausmachen. Das greift viel zu kurz.
„Wir stochern beim Klimaschutz im Nebel. Ohne valide Datenbasis bleiben Entscheidungen über den richtigen Weg spekulativ“, erklärt Jörg Schlüter, klimapolitischer Sprecher unserer Fraktion. „Die Wissenschaft spricht klar für mehr Klimaschutz – gerade angesichts der rasanten Erwärmung Europas.“
Unser Antrag für ein integriertes Klima-, Wirtschafts- und Energiemonitoring findet voraussichtlich keine Mehrheit. Dabei wäre genau das ein zentraler Baustein für wirksame Politik. Wir werden trotzdem versuchen, mindestens ein Basismonitoring durchzusetzen, sowie die Prüfung fossiler Geldanlagen zu veranlassen.
„Ohne Transparenz über zentrale Kennzahlen fehlt uns die Grundlage für kluge Entscheidungen – das gefährdet Klimaziele, wirtschaftliche Stabilität und Zukunftsfähigkeit unserer Region“, so Markus Rieger aus dem Wirtschaftsausschuss.
Unsere klaren Forderungen:
1. Klimaschutz im Kreis deutlich verstärken
2. Klima-, Wirtschafts-, Energie- und Sozialpolitik konsequent zusammendenken
3. Eine verlässliche, umfassende Datengrundlage schaffen
4. Diese dauerhaft etablieren und fortschreiben
Unser Ziel:Klimaschutz verbessern, damit wirtschaftliche Schäden verhindert werden. Sicherung der Energieversorgung, die bezahlbares Wohnen ermöglicht. Zudem soll die Landwirtschaft in die Lage versetzt werden, auch künftig unter stabilen klimatischen Bedingungen Nahrungsmittel zu produzieren.
„Wir brauchen endlich Klarheit über Ist-Zustand und Wirkung unserer Maßnahmen – für das Klima, die Wirtschaft und die Menschen im Kreis Paderborn“, so Schlüter abschließend.