Angesichts immer häufigerer und intensiverer Hitzeperioden macht sich die Ratsfraktion Bündnis 90/Die Grünen für den Hitzeschutz stark und bringt das Thema im nächsten Sozialausschuss auf die Tagesordnung.
„Wir erleben wieder einen Sommer mit langen und extremen Hitzeperioden“, berichtet Florian Rittmeier, grünes Ratsmitglied. „Darunter leiden vor allem vulnerable Gruppen wie alte Menschen, kleine Kinder und Obdachlose. Es ist absehbar, dass dies kein einmaliges Problem dieses Sommers sein wird. Als Stadt müssen wir uns darauf einstellen, dass es immer herausfordernder wird, Menschen vor Hitzefolgen zu schützen.“
Die Verwaltung hat die Bürger*innen vor einige Wochen aufgefordert, frei zugängliche kühle Orte zu nennen, um einen entsprechenden Stadtplan zu entwickeln. „Aus unserer Sicht ist ein solcher Plan eine sehr gute Idee und sollte auf unterschiedlichen Wegen in der Bevölkerung bekannt gemacht werden“, ergänzt Rittmeier.
Genauso sollten Stellen zur kostenlosen Wasserauffüllung von Trinkflaschen, sogenannte Refill-Stationen, erfasst und im Plan eingezeichnet werden. „Leider lässt der erste Trinkbrunnen in Paderborn immer noch auf sich warten. Dabei ist ausreichendes Trinken bei großer Hitze überlebenswichtig. Refill-Stationen sollten von daher gut sichtbar gemacht werden – gerade für Menschen die sich nicht im Internet informieren können oder kein Smartphone nutzen“, ist die grüne Fraktionsvorsitzende Sabine Kramm überzeugt.
Verantwortung übernehmen und aufeinander achten solle die Handlungsmaxime bei solchen Extremwetterereignissen sein. Das könne ehrenamtlich durch nachbarschaftliches Engagement passieren, indem besonders von Hitze gefährdete Menschen besucht werden. Oder professionell durch die Stadt oder die Wohlfahrtsverbände, die beispielsweise Angebote für Menschen vorhalten, die überwiegend auf der Straße leben.
Besonders in den Blick nehmen die Grünen auch die Orte, an denen sich Kinder aufhalten. „Welche Spielplätze und Schulhöfe sind inzwischen so gestaltet, dass sie einen wirksamen Hitzeschutz bieten und wo besteht noch Handlungsbedarf?“, möchte Kramm wissen. „Für uns Grüne ist Hitzeschutz nicht nur eine Frage des Komforts, sondern eine essenzielle Aufgabe der Daseinsvorsorge und des Gesundheitsschutzes. Wir wollen mit der Verwaltung und der Politik zusammen die größten Herausforderungen und Handlungsbedarfe erörtern.“
Das Thema Hitzeschutz soll am 10. September im Sozialausschuss beraten werden.