Mehr als 30 Jahre nach dem rassistischen Mord an Alexandra Rousi drängt die Ratsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen auf die Umsetzung des Ratsbeschlusses zum Gedenken an die Paderbornerin. Mit einer Anfrage zur nächsten Ratssitzung wollen die Grünen erfahren, wann die beschlossene Benennung des „Alexandra-Rousi-Wegs“ umgesetzt wird und wie die Stadt das Gedenken gestalten möchte.
„Die Ermordung von Alexandra Rousi war ein erschütternder rassistischer Gewaltakt mitten in unserer Stadt. Erinnerung darf nicht abstrakt bleiben – sie muss sichtbar sein und einen festen Platz im öffentlichen Raum haben“, erklärt Ratsherr Johannes Menze. Der Rat der Stadt Paderborn hatte bereits am 30. Oktober 2025 beschlossen, eine Wegeverbindung an der Detmolder Straße nach Alexandra Rousi zu benennen. Die Grünen hatten damals angeregt, die Einweihung in einem würdigen Rahmen und unter Beteiligung der Familie Rousi zu gestalten.
Hintergrund ist der Brandanschlag vom 14. Oktober 1994, bei dem Alexandra Rousi durch einen Nachbarn ermordet wurde. Vorausgegangen waren rassistische Drohungen und Beleidigungen. Für die Grünen steht fest, dass die Tat als rassistisch motivierter Mord erinnert werden muss. „Gerade heute ist es wichtig, dass Städte Haltung zeigen und deutlich machen: Rassismus und Menschenfeindlichkeit haben keinen Platz in unserer Gesellschaft. Das Gedenken an Alexandra Rousi ist deshalb auch ein Zeichen der Solidarität mit allen Menschen, die von rassistischer Gewalt bedroht sind“, erklärt die stellvertretende Bürgermeisterin Sabine Kramm.
Mit ihrer Anfrage wollen die Grünen nun erfahren, wann die Benennung konkret umgesetzt wird, in welchem Rahmen die Einweihung stattfinden soll und wie die Familie von Alexandra Rousi dabei einbezogen wird.